Fehlerquellen

Einige der häufigsten Fehlerquellen beim MDK-Besuch:

  • Das MDK-Gutachten gibt nur eine „Momentaufnahme“ wieder. Der MDK-Besuch ist zudem oftmals sehr kurz, selten länger als 30 Minuten. Häufig können während dieser Zeit gar nicht alle Pflegemaßnahmen realistisch erfasst werden.
  • Es empfiehlt sich ein Pflegetagebuch zu führen und beim MDK-Besuch vorzulegen. Der MDK kann so erkennen, welche Pflegemaßnahmen zusätzlich noch anfallen, z. B. wöchentliches Baden. Zudem sollten die Pflegenden (Angehörige oder Pflegedienst) beim MDK-Besuch anwesend sein, um zusätzliche Angaben zu machen.
  • Der Pflegebedürftige empfindet oftmals den MDK-Besuch als eine Prüfung, die es zu bestehen gilt. Entsprechend mobilisiert er Ressourcen und die eigene Situation wird – unbewusst – besser dargestellt, als sie im Alltag tatsächlich ist. Sinnvoll ist es daher, den Pflegebedürftigen über den Besuch des MDK aufzuklären.
  • Der Pflegebedürftige oder auch Angehörige machen gelegentlich aus Scham falsche Angaben, z. B. zu Inkontinenz. Oftmals wird auch die Wohnung und der Pflegebedürftige für den MDK-Besuch „herausgeputzt“. Dem MDK sollte ein realistisches Bild der Situation gezeigt werden.
  • Nebenerkrankungen oder andere Faktoren, die die Pflege erschweren, bleiben oft unberücksichtigt. Häufig setzt der MDK statt des echten Zeitaufwandes für die Pflege nur Durchschnittswerte an. Der tatsächliche, höhere Zeitaufwand bleibt dann unberücksichtigt. Wertvolle Minuten fehlen so.

Ein deutlicher Teil der MDK-Gutachten ist somit fehlerhaft und führt dann zur Ablehnung einer Pflegestufe oder Einstufung in eine zu niedrige Pflegestufe.

Was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier: Pflegestufe abgelehnt – was tun?

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